Unser 180 Liter Aquarium
Nachdem wir das 62 Liter Aquarium eingerichtet hatten, waren wir uns sehr schnell einig, daß ein größeres hermusste und nachdem wir die Preise hier in Norwegen gecheckt hatten, war genauso schnell klar: „ Wir müssen es aus Deutschland mitbringen!!“
Im Internet bestellt (Juwel 180 Komplettset) und in Originalverpackung auf die Rückbank unseres Autos verfrachtet, kam der spannende Augenblick nach 1800 km beim Auspacken – aber zum Glück war alles heil und hat auch 2 Tage später die Dichtheitsprüfung bestanden. Wir waren und sind sehr zufrieden mit unserem Kauf!
Zuerst musste der Unterschrank – eine gewöhnliche Kommode – verstärkt werden, damit er die ca. 260 kg, die das komplett eingerichtete AQ nun wiegt, auch trägt.
Dann wurde von Knut der Bau einer Deko-Rückwand, die als erstes hinter das leere AQ montiert werden sollte, in Angriff genommen.
Die Idee war in seinem Kopf bereits voll ausgereift und wir mussten nur noch das Dekomaterial – flach geschliffene Flusskiesel und ebenfalls flach geschliffenesTreibholz vom Ufer eines Stausees sammeln. Das Ganze wurde dann auf einer Sperrholzplatte dekorativ arrangiert und aufgeklebt (Jeder Kiesel einzeln!!!). Das Ganze mit einem Rahmen versehen und mit Schellen zur verdeckten Führung des Absaugschlauches zum Filter und hinter dem AQ positioniert.
Das Juwel 180 wird mit einem eingeklebten Innenfilter geliefert. Der sollte nun raus, da wir uns aus verschiedenen Gründen (mehr Platz im AQ, leichteres Filter reinigen und größere Filterkapazität) einen etwas größeren Eheim-Außenfilter gekauft haben.
Im Internet – bei den vielen klugen Leuten in den verschiedenen Aquaristik-Foren – liest sich das alles so leicht: Man nehme einfach etwas Angelsehne und ziehe diese zwischen Klebepunkt und Aquariumwand!! Ha-Ha – Ich lach mich kaputt!! Das funktionierte natürlich nicht! Ich bezweifle langsam, daß diese Leute alles das, was sie im Forum so großspurig beschreiben, auch wirklich in der Realität tun…!
Zum Schluss hat Knut den Filter wirklich mit roher Kraft von der Scheibe abgezogen, nachdem wir die Klebepunkte mit Silikonentferner bestrichen hatten.
Damit war das Schlimmste geschafft und es ging ans Befüllen und dekorieren.
Den Filter angeimpft und alles 12 Tage ackern lassen. Dann hab ich meine Teststreifen ausgepackt und nachdem die auch grünes Licht signalisierten, wurden unsere Fische umgesetzt.
Das war ein spannender Augenblick: 17 Neons, 2 braune Antennenwelse, 3 Panzerwelse.
Alles hat super geklappt.
Die Pflanzen haben wir größtenteils in kleine Tontöpfe gepflanzt und in den AQ-Kies versenkt. Das macht sich sehr gut, wenn man später was umgestalten möchte.
Die Pflanzen brauchen ja immer ein bisschen Zeit und mickern erstmal, aber außer dem großen Papageienblatt (Althernathera reinecki), sehen alle gut aus. Habe schon wieder Hornkraut und Wasserlinsen, sowie Echinodorusableger entfernen müssen.
Wir haben übrigens 1 Röhre mit Alufolie umwickelt, weil es sehr hell (zu hell) war. Mit unserer 3-stündigen Mittagspause (Lampen aus) halten wir auch das Algenwachstum auf ein normales Niveau.
Die Elektrik hat Knut ganz praktisch über Schalter in einer Schublade montiert. Die Zeitschaltuhren-Variante ist auch noch nicht die endgültige Lösung, aber da warten wir noch daß uns die richtige Ausrüstung über den Weg läuft.
Nun konnte es praktisch auf die Suche nach ein paar mehr Fischen gehen. Wir hatten so ungefähre Vorstellungen – aber ob die sich hier in Norwegen verwirklichen lassen …
erfahrt Ihr demnächst…
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Wie Ihr an den obigen Fotos seht, ist es nicht so einfach, ein Aquarium ohne Spiegelungen und in der gewünschten Schärfe zu fotografieren. Ich werde daran arbeiten und versuchen, meine fotografischen Fertigkeiten zu verbessern.
Wenn man, so wie wir, etwas weiter entfernt von der Zivilisation - in dem Fall - von Zoogeschäften, Tierhandlungen etc. wohnt, ist es im höchsten Grad schwierig - bloß mal so - zu gucken. Also haben wir uns erstmal hingesetzt und überlegt, welchen Besatz wir eigentlich haben möchten.
Außerdem haben wir beschlossen, mit einem Quarantäne-Becken zu arbeiten, nachdem uns 4 frisch gekaufte Otocinclus am gleichen Tag bzw. einen Tag später eingegangen sind. Der Schreck und das Bedauern sind groß und wir haben gelernt.
Also wir wollten noch eine Gruppe Schwarmfische dazuhaben, sowie ein paar Panzerwelse, einen Saugwels und unbedingt Algenfresser.
In Trondheim haben wir ein relativ großes Zoogeschäft ausfindig gemacht, wo man eine einigermaßen Auswahl an Fischen hat und wo die Becken gut und gesund aussehen...Da haben wir auch schon anderes gesehen ... Dorthin sind wir mehrmals gefahren - immerhin brauchen wir gute 2 Stunden nur für´s Hinfahren.
Da wir mit Quarantänebecken arbeiten wollten - das aber auch nicht sehr groß ist - 40 Liter - konnten und wollten wir immer nur eine Sorte gleichzeitig kaufen. Aber wie das Leben so spielt, in Trondheim haben wir nie das bekommen, was wir suchten.
Nun gibt es noch einen Laden in Steinkjer (eine Stunde Fahrt entfernt). Dort haben wir 17 Schmucksalmler (White Fin) gekauft und als wir fragten, ob man bestellen kann - hieß es: Ja, aber da müssen sie die Fische am gleichen Tag, wenn sie geliefert werden, kommen und sie abholen. Wir packen sie gar nicht erst aus. Na toll - da habe ich dann das ganze Transportrisiko, oder wenn sie krank sind, merke ich das erst zu Hause. Darauf bekam ich nur ein Schulterzucken - also haben wir kurz überlegt und dann "Ja" gesagt. Entweder so - oder wir warten bis zum "Sankt-Nimmerleins-Tag".
Auf diese Weise sind dann noch 3 Gelbflossenpanzerwelse (die sich übrigens sehr schön unseren 3 anderen Panzerwelsen angeschlossen haben) und einen "Golden Nugget " aus Schweden über Steinkjer zu uns gekommen. Alle waren in super Form, muß ich zugeben. Der Golden Nugget war die ersten 14 Tage im Quarantänebecken überhaupt nicht zu sehen, er saß wirklich die ganze Zeit in einer von uns aus Steinen gebauten Höhle. Wir haben uns schon gefragt " Wovon lebt der und lebt er überhaupt noch - aber da er die Flossen ab und zu bewegte, mußte ja wohl noch Leben in ihm sein. Die gekauften Höhlen werden übrigens kaum angenommen von unseren Fischen - zu dunkel? Nach dem Umsetzen dauerte es noch etwa 3 Wochen, bis er sich zur Fütterungszeit zu zeigen begann. Ein wirklich wunderschönes Tier!
So zwischendurch kauften wir dann (laut Fachverkäuferin )
2 Otocinclus. Wir freuten uns, daß sie dieses Mal nicht am Transportstreß eingingen, sondern munter und fidel durch die Gegend schwimmen. Nur als ich genau bestimmen wollte, welche Sorte wir denn gekauft haben, stellte ich fest, daß sie sich so schlecht einordnen ließen. Bis ich darauf kam, daß es überhaupt keine Otocinclus waren - aber Algenfresser waren es, daran war kein Zweifel. Naja, dann war es nur noch eine Zeitfrage, bis ich herausgefunden hatte, daß es sich um Siamesische Saugschmerlen handelt. Die können natürlich etwas zu groß werden, aber das werden wir dann sehen. Bis jetzt sind sie etwa 6 bzw. 8 cm groß.
Zu guter Letzt haben wir noch 3 Mosaikfadenfische gekauft. Die sich ja im oberen Bereich aufhalten und auch von der Wasseroberfläche fressen sollen. Aber unsere suchen ihr Futter unter anderem auch vom Boden - also ist das Gewusel groß, wenn es Futter gibt.
Jetzt noch was Lustiges: Als wir die Mosaikfadenfische umsetzten, hatten wir Besuch von Freunden mit ihrer 10-jährigen Tochter, die alles genau beobachtete. Als wir die Fische rausgefangen hatten und auf dem Weg zum großen Aquarium waren, rief sie uns hinterher. "Und der kleine Fisch - zieht der auch mit um?" Wir sagten, daß da kein Fisch mehr ist, aber das stimmte nicht. Unsere Schmucksalmler hatten Nachwuchs produziert und ein kleines Weibchen hatte tatsächlich überlebt.
Uns völlig unerklärlich, weil das Quarantänebecken mindestens 14 Tage ohne Fische (aber in voller Funktion mit Pumpe etc.) stand und daher auch kein Futter drin sein konnte.
Naja - inzwischen ist unsere Kleine von ca. 6 mm auf über 1 cm gewachsen und behauptet sich ganz gut im großen Aquarium.
Nun hab ich mich mal wieder an ein paar Fotos gewagt, diesmal ohne Spiegelung. Das Ergebnis seht Ihr hier.
Wir haben das 180 Liter AQ nun seit 2010 und sind nach wie vor zufrieden mit allem. Wir haben einen Mosaikfadenfisch verloren. Der wurde von den beiden anderen ständig gemobbt und eines Tages lag er blaß und tot auf dem Grund.
Unser kleines Schmucksalmler-Mädchen ist inzwischen so groß wie die Kleinsten aus der Gruppe. Ein brauner Antennenwels hat richtig große Antennen bekommen. Es ist mir leider noch kein schönes Foto gelungen, nur von dem kleineren der beiden. Dafür hab ich den Golden Nugget mit der Kamera erwischt. Keine super portraitfotos - aber immerhin...
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